Bottle & Soul

Eine der größten Marketingleistungen der letzten Jahrzehnte ist es, den Menschen Wasser in Flaschen zu verkaufen. Noch besser: „Premiumwasser“. Noch besserer: In Plastikflaschen.

Plastikflaschen beinhalten nicht nur schädliche Weichmacher, die Krebs und Unfruchtbarkeit verursachen können, sondern verursachen Müllberge und – da sich Plastik nicht zersetzt – verpesten unsere Umwelt und unsere Meere.

Lösung: Leitungswasser trinken, denn zumindest bei uns in Berlin und in weiten Teilen Deutschlands hat das Leitungswasser eine hervorragende kontrollierte Qualität. Viele machen das ja schon – doch worin füllen sie ihr Leitungswasser ab? In Plastikflaschen….

Das kann jetzt bald ein Ende haben, denn ab September sind die „Soulbottles“ erhältlich, stabile, aber auch leichte Glasflaschen, die obendrein noch in vielen coolen Designs daherkommen werden:

19,- Euro sollen die Flaschen kosten, 1 Euro geht davon an Projekte, die Menschen Zugang zu sauberen Trinkwasser verschaffen. Nachhaltig trinken, cool aussehen, Gutes tun…

Die beiden Gründer haben gleichzeitig „Soulwater“ ins Leben gerufen, eine Initiative, die die Gastronomie dafür gewinnen möchte, Leistungswasser in Soulbottles zu verkaufen – der Erlös geht zu 100% an die Wasserprojekte. Produziert wurden die ersten 12.000 Flaschen über Crowdfunding…


Ein schönes Startup, das beweist, dass grün und cool und Design sehr gut Hand in Hand miteinander gehen können. Ich freue mich schon auf den Verkaufsstart!

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Endlich: Wasser sparen mit der „Fake Shower“-App

Wasser ist ein sehr wertvolles Gut – und doch gehen wir immer noch recht verschwenderisch damit um. Es gab da zwar schon den einen (Nutze deinen Wasser-IQ!) oder anderen (Wasserverschwendung ist irgendwie merkwürdig) kommunikativen Ansatz, aber der Durchbruch (und da überschlage ich mich fast vor Begeisterung) kommt jetzt mit der „Fake Shower“-App!

Es gibt eben im Zusammenleben von Menschen durchaus intime Momente, die mit Geräusch verbunden sind, aber seht doch einfach selbst:

Was könnte als nächstes kommen? Die „Fake Heizung“, eine App, mit der man sich ein paar wärmende Gedanken machen kann? Der „Fake-Motor“, mit der man auch als Fußgänger tolle Motorengeräusche von sich gibt (ideal für Autofahrer, die nach dem Führerschein-Verlust unter Entzugserscheinungen leiden) – oder die „Fake App“-App, die einfach nur vorgibt, eine sinnvolle App zu sein? Ach nein, die gibt es ja schon…

Use your Water IQ (spart Geld!)

Denke ich an Texas, dann ist Wasserverbrauch mit eines der letzten Dinge, die mir da einfallen – und doch hat es sich das „Texas Water Development Board“ (TWDB) auf die Fahnen geschrieben, die Texaner über Wasserverschwendung aufzuklären und sie zu motivieren, mit ihrem Wasserverbrauch langfristig bewusster umzugehen. Dazu wird zum einen an die Vernunft appelliert, nämlich an den „Water IQ„. Doch Vernunft alleine reicht ja bekanntlich nicht aus, also fanden sie noch einen besseren Weg:

 

Das Portemonnaie ist den meisten dann doch näher als der Verstand und so dürfte der Water IQ viel effektiver angesprochen werden.

Auch außerhalb von Texas macht es übrigens durchaus Sinn seinen Water IQ einzusetzen – und damit bare Münze zu sparen. Denn Wasserverschwendung war noch nie besonders clever…

Wasserverschwendung ist irgendwie… merkwürdig…

„Wasser wird uns schneller ausgehen als Öl“, orakelt der Nestlé-Verwaltungsratchef Peter Brabeck-Letmathe im Interview mit der SZ am 16.8. (leider -noch- nicht online) – und fordert daher, dass auch Wasser wie Öl seinen Preis haben muss.

Da zuckt man unwillkürlich, wenn ein Nahrungsmittel-Multi Geld für Wasser will, aber Brabeck-Letmathe  erklärt weiter, dass nur 1,5% des weltweiten Wasserverbrauchs privat ist und der Rest von Landwirtschaft und Industrie benutzt und zum Teil auch verschwendet wird, ohne dass diese einen angemessenen Preis dafür bezahlen müssen.

Hätte Wasser einen Wert, würde das mit Sicherheit viele Produkte verteuern (Biosprit wäre z.B. nicht mehr günstiger als normaler Sprit, wenn man die Wasserkosten berücksichtigen würde), aber viele Fehlentwicklungen und deren Folgekosten könnten vermieden – und eine gerechte Verteilung von Wasser für den Privatverbrauch an alle gewährleistet werden.

Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg – und natürlich sollten wir immer vor unserer eigenen Haustür anfangen. Jeder von uns kann bewusster und sparsamer mit Wasser umgehen, denn Wasserverschwendung ist irgendwie…. merkwürdig:

Wie „weird“ man selber ist, kann übrigens auf dieser netten kleinen Website, die zur Kampagne gehört, nachgeprüft werden.

„Grünes Produktmarketing“ – mehr als nur das Produkt allein

Selbstverständlich gibt es heute bereits viele Anbieter, die ökologisch vorbildlich und sozial fair ihre Produkte herstellen. Das sieht dann meistens so aus:

„We: Stop using artificial ingredients and colours. Stop preservatives. Stop animal testing on our products. Stop non-biodegradable elements. Stop unnecessary plastic waste by using refillable bottles.“

Klingt gut, oder? Haben wir aber auch schon öfters gelesen und gehört. Neu ist allerdings die Aufforderung:

„You: Stop the water while using our products!“

Die Produkte von „Stop the water while using me“ beruhigen also nicht nur unser Gewissen, weil wir was Gutes gekauft haben, sondern sie versuchen auch, uns auf unser Verhalten aufmerksam zu machen – und es zu ändern:

Mutet zwar auf den ersten Blick ein wenig nach „mit der Holzkeule“ an, aber ich glaube, dass die ständige Aufforderung vor Augen am ehesten dazu führen wird, den Wasserhahn auch mal zuzudrehen.

Ich finde, „green products“ müssen mehr sein als nur die reine Gewissensberuhigung, dass ich ja gerade was „Gutes“ in den Einkaufskorb lege. „Green products“ sollten nicht nur Konsum in grün sein, sondern eben ein „Mehr“ bieten – und dieses Mehr kann „Nachdenken“, „Verhalten ändern“, „Weitersagen“ oder… oder… oder… sein.

Ob mit oder ohne diesen Produkten (mit wäre natürlich schöner, denn Engagement sollte belohnt werden)  – dreht öfter mal den Wasserhahn zu!