Vegan gedacht und frisch gebracht

Jahrzehntelang gab es selbst in der Metropole  (nun ja, lange Zeit Möchtegern-Metropole) Berlin höchstens zwei vegetarische Restaurants, wenn ich mich recht entsinne. In den letzten Jahren hat sich das radikal verändert: Erst rollte die vegetarische Welle durch die Stadt, um dann sogleich von der noch größeren Vegan-Welle abgelöst zu werden. Kaum ein angesagter Kiez, in dem  auf den Schiefertafeln der Restaurants nicht groß „unser veganes Angebot“ prangt.

Nur ein weiterer Großstadt-Hype? Glaube ich nicht, denn zum einen treibt es wirklich viele Menschen um, auf welche Art Lebensmittel heutzutage hergestellt werden und auch der Wunsch nach gesunder, leichter Ernährung wächst. Zum anderen – und das ist für mich beispielsweise ausschlaggebend – schmeckt veganes Essen einfach unglaublich gut und hat nichts mehr mit Selbstkasteiung und Körnerpicken zu tun.

Magdalena Norkauer studierte Lebensmitteltechnologie und erfuhr dabei auch, wie die konventionelle Ernährungswirtschaft arbeitet und welche Auswirkungen die industrialisierte Landwirtschaft mit sich bringt. Tatenlos das akzeptieren wollte sie nicht und gründete daher „Fresh Parsnip„, Berlins ersten veganen Lieferservice:

Vorbereitet werden die Speisen zwischen 0.00h und 6.00h und dann vor der Auslieferung schonend haltbar gemacht (als Lebensmitteltechnologin weiß sie schließlich, wie das optimal funktioniert), so dass 100% aller gesunden Bestandteile erhalten bleiben – denn natürlich werden weder Zusatz- noch Konservierungsstoffe benutzt. Und wenn schon „grün“, dann richtig und konsequent: Die Zutaten sind regional und werden saisonal verwendet, die Verpackungen sind plastikfrei und biologisch abbaubar, da entweder mikrowellen-geeignet aus Zuckerrohr-Bagasse oder Stärke hergestellt.

In jedem Tagespaket sind ein Frühstück, ein Mittag-, ein Abendessen sowie ein Snack enthalten – bei voller Nährstoffzufuhr, die ein Erwachsener benötigt, sind das dann trotzdem nur maximal 1.500 Kalorien: Wer also gesund abnehmen möchte, sollte sich das Angebot von „Fresh Parsnip“ einmal anschauen.

Natürlich hat das Ganze seinen Preis, aber wer auf seine Ernährung achten möchte, doch nicht die Zeit oder das Wissen hat, sich selbst vegan zu verwöhnen, dem sollte dieses Angebot durchaus etwas wert sein.

Was mich neben dem Geschmack fasziniert, ist die konsequent durchdachte und umgesetzte grüne Gründung, die mir zeigt, dass es heutzutage selbstverständlich möglich ist, jeden Geschäftsprozess in Hinblick auf grüne Aspekte zu optimieren – die junge Gründergeneration machen es uns vor!

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Lokal, fair, saisonal: kleine Lebensmittelhändler

Die Design-Postille (klingt gemein, ist aber nicht so gemeint) „monocle“ hat sich einmal umgeguckt und nach den „best grocery stores“ geforscht – weltweit, natürlich. Hier das schön gemachte Video dazu:

Das lässt mir zum einen das Wasser im Munde zusammenlaufen, zum anderen fällt mir aber auf, dass diese Läden (und auch die, die ich selbst gerne entdecke, wenn ich auf Reisen bin) eines eint: Sie bieten regionale Prodikte an, oftmals von Erzeugern aus der Umgebung, die eben nicht einer Massenproduktion entstammen, sondern oftmals nur in kleinen Mengen erhältlich sind. Was nun nicht bedeutet, dass diese Produkte exorbitant teuer sein müssen… Die Ware ist frisch, saisonal und der Service freundlich, so dass man meistens stundenlang in solchen Läden bleiben und verweilen möchte. Probiertresen und Kaffeetheken ermöglichen so ein Verweilen ja auch meistens. Mich persönlich verführen dann ja noch Kochbücher, die zum Ansehen und Kaufen ausgelegt sind…

Doch es müssen nicht immer Geschäfte oder Deli’s sein, Markthallen oder Märkte ziehen mich genauso magisch an

Wenn wir also über „grünes Marketing“ nachdenken, dann sollte vielleicht der erste Weg zu diesen Geschäften und auf solche Märkte führen, um die wesentlichen Bestandteile eines „grünen Marktes“ sinnlich zu erfahren, denn fast alles funktioniert hier anders (natürlicher) als auf den „künstlichen“ Super-Märkten. Und das gilt nicht nur für Lebensmittel…

Frauen schiessen green goals

So, nun startet sie also, die Frauen-Fußball-WM…. ich hab zwar noch so meine Zweifel, ob der Funke der Begeisterung noch von den Medien auf die Menschen überspringen wird, lasse mich aber gerne überzeugen….

Immerhin, die WM ist grün.  Auf der Website „Green Goal “ präsentiert die Fifa die klimafaire Weltmeisterschaft mit allem, was das greenmakketing-Herz begehrt:

Die Bahn sorgt für den klimaneutralen Transport, das Catering ist regional, biologisch und fair und auch Müll soll möglichst vermieden werden. Die Green Goal-Broschüre, die als pdf downloadbar ist, sei durchaus empfohlen, guter Lesestoff, falls die Partien mal torarm sein sollten….

Und da es sich ja um eine Frauen-WM handelt, dürfen auch nicht die praktischen Haushaltstipps vom Mannschaftskoch Bernhard Reiser fehlen:

Zum Beispiel: Immer den richtigen Topf auf die richtige Kochplatte stellen…. Denn wenn Mädchen nicht Fußball spielen, dann gehören sie halt immer noch – zumindest in der Welt der Fifa – an den Herd.

Ich geh jetzt mal kochen…. biologisch, regional und fair…. 🙂