Tue Gutes und lass darüber reden

Viele viele engagieren sich ja durchaus für grüne Themen… insgeheim. Im stillen Kämmerlein. So in Gedanken. Man müsste ja mal…. Nur: Davon wird die Welt auch nicht besser. Gutes muss getan – und kommuniziert werden. Wenn es niemand mitbekommt, springt der Funke nicht über.

Das hat man sich nun auch bei Greenpeace gedacht und eine spannende Lösung gefunden: Da wir ja gerne bequem und ein kleinwenig faul sind, übernimmt einfach eine App für uns die Kommunikation. Uns so funktioniert es:

Auf einmal spricht uns nun also nicht mehr eine Organisation an, sondern unsere Freunde – nun ja, ganz so simpel sind wir natürlich nicht, dass wir das nicht merken würden… Aber der Ansatz ist löblich!

Nur leider gibt es die App noch nicht für Android. 😦

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Blue Marketing statt Green Marketing?

Die jüngeren Leser kennen „Dschinghis Khan“ nur noch von pittoresken Schlagerparties, wir älteren haben damals (1979) den grandiosen 4. Platz beim Grand Prix Eurovision de la Chanson noch live erlebt (zum Angucken hier).

Leslie Mandoki, der illustre Tänzer der Gruppe, ist bis heute ein musikalisches Mastermind hinter unglaublich vielen Projekten – unter anderem ist er der „VW-Hauskomponist“, wie die SZ am Mittwoch schrieb. Und anscheinend auch der neue Vordenker.

Denn die SZ zitiert ihn wie folgt:

„VW gibt Antworten, das ist nicht mehr grün. Das ist blau. (…) Grün ist für mich die Frage, blau ist die Antwort.“

Bluewashing muss das jetzt also heißen, denn Greenpeace (oder demnächst: Bluepeace) hat ja VW und seine grün/blaue Politik schon seit langer Zeit ins Visier genommen. Und steht damit nicht alleine, wie es die wunderbare Auswahl an Clips und Filmen auf „See Volkswagen differently“ zeigt.

Mir fällt dazu nur noch ein, dass es ja keine dummen Fragen gibt – nur dumme Antworten. Und die sind dann eben blau. Und green makketing bleibt green makketing.

 

Blühende Wälder und dunkle Wiesen – grüne Stereotype in der Werbung

Hat sich eigentlich irgendjemand schon mal gefragt, seit wann Wurst ausgerechnet in einer Mühle hergestellt wird? Egal – solange weiterhin alle Stereotypen und Klischees das schönen Landlebens gewahrt werden:

 

…werden Würste wahrscheinlich noch in Baumhäusern gezüchtet:

 

Nun ja, würde man ein bißchen genauer hingucken, so wie greenpeace, dann würde man merken, dass hinter der schönen Fassade doch so einiges nicht stimmt:

Natürlichkeit liegt im Trend, also macht die Rügenwalder Mühle jetzt auch mal ein bisschen auf „pur“ und lässt vier überflüssige Zusatzstoffe weg. Aber selbstverständlich liefert ihnen Deutschlands umsatzstärkste Wurstmarke weiter echte Massenware – aus Agrarfabriken, in denen Tausende Schweine industriell gemästet werden.“

Viel spannender im Sinne von greenmakketing ist es jedoch, wie schnell diese Klischee auch wieder zur Persiflage eingesetzt werden können, z.B. wenn es um glückliche Gemüse-Döner geht:

 

Oder auch um die Apfelernte für den richtigen Cider:

 

Stereotype und Klischees dienen eben in der Werbung dazu, schnell Bilder, Assoziationen und Stimmungen zu schaffen, die der Konsument dann möglichst gar nicht erst hinterfragt. Oder wie war das nochmal mit Wurst & Mühle…? 🙂

Wir stutzen erst dann, wenn uns die gleichen Bilder in einem „falschen“ Kontext präsentiert werden – dabei sollten wir uns  schon eher mal fragen, was uns da eigentlich präsentiert wird:

Viral wirkt – Clooney macht Druck

Vor einigen Wochen setzte „Solidar Suisse“ einen gut gemachten Spoof ins Internet, der sich seitdem sehr erfolgreich viral verbreitet hat:

 

Solidar fordert dabei von Nestlé, sein gesamtes Angebot auf fair gehandelten Kaffee umzustellen und sich eindeutig gegen Kinderarbeit zu positionieren.

Eine Aktion, die Solidar Suisse nicht nur eine hohe Aufmerksamkeit gebracht hat, sondern die auch einen weiteren Erfolg erzielte, wie die „taz“ meldete:

„Nach Informationen aus der Nestlé-Zentrale in Vevey am Genfer See will Clooney seinen demnächst auslaufenden Werbevertrag für die Nespresso-Kapseln nur verlängern, wenn Nestlé ihm sowie gegenüber „Solidar Suisse“ nachweist, dass die Arbeiter auf den Kaffeeplantagen nach den Kriterien des fairen Handels bezahlt und keine Kinder unter 18 Jahren beschäftigt werden.“ („Vom großen Erfolg eines Doubles“)

Die virale Verbreitung von Parodien erfolgreicher Werbung (wie beispielsweise auch durch Greenpeace) erweisen sich dabei nicht mehr nur als unterhaltsam, sondern erreichen dank Social Media auch eine wesentlich größere Zielgruppe, die sich dann kritisch mit Produkten und Unternehmen auseinandersetzt – und manchmal erreicht ein Double auch das Original…

Greenpeace vs. VW – they did it again :)

Schon mit der spektakulären „VW-the dark side“-Aktion zeigte Greenpeace, dass man Unternehmen mit ihrer eigenen Kommunikation schlagen kann: Die starken Bilder, die diese für ihre Werbung nutzen, lassen sich eben ganz leicht auch in eine andere Richtung rücken. Und umso bekannter der ursprüngliche Spot ist desto erfolgreicher wird auch die Parodie.

VW steht dabei seit geraumer Zeit besonders im Visier von Greenpeace – und sind nun wieder Opfer ihrer eigenen Werbung geworden. Denn Greenpeace rief zu einem Film-Wettbewerb unter dem Motto „See Volkswagen differently“ auf und unter den vielen sehenswerten Beiträgen haben sich Christian H. Clark & Angela Trevino folgendes Original ausgesucht:

 

Ganz niedlich, aber eben nur die halbe Wahrheit, wie die beiden Filmemacher finden:

Erstaunlich ist dabei das wirklich sehr hohe kreative Potential auch der anderen Arbeiten – noch bis zum 14. November könnt ihr für euren Favoriten abstimmen!

40 Jahre „mindbombs“

Ich gebe zu, der Titel ist etwas reißerisch – und nicht ganz korrekt, denn das Konzept der „mindbombs“ hat Greenpeace nicht gleich vom ersten Tag angewendet. Aber Greenpeace feiert 40. Geburtstag und schenkt sich selbst einen schönen Spot:

Greenpeace hat es in den letzten 40 Jahren geschafft, von einer kleinen Protestgruppe zu einer globalen Non-Profit-Organisation mit 3 Millionen Fördermitgliedern und 1.200 Mitarbeitern zu werden. In ihrem Einsatz gegen Walfang, Überfischung, Erderwärmung und gegen die Zerstörung des Regenwalds ist sich Greenpeace früh bewusst geworden, dass der Einsatz und die Nutzung von Medien wesentliche Verstärker der Aktionen sind und durch diese größtmögliche Aufmerksamkeit der optimale Erfolg erzielt wird.

Was damals als mindbomb mit Fotos und Fernsehbildern begann ist heute längst in den sozialen Netzwerken und bei viralen Kampagnen angekommen.

Auch mit dieser medialen Taktik ist Greenpeace ein Vorreiter gegen die „dunkle Seite“ und sollte als Vorbild für andere grüne Organisationen genommen werden…

40 Jahre Greenpeace – herzlichen Glückwunsch!

 

 

 

Lucasfilm mag kein grüner Jedi sein…

Ich frag mich, wann die Firmen endlich begreifen, dass es so gar nichts bringt, einzelne youtube-Videos oder -Kanäle zu sperren – die Clips leben im Netz ohnehin weiter…

Wie horizont.net meldet, hat Lucasfilm den Greenpeace-Kanal auf YouTube angeschwärzt, so dass dieser wegen Urheberrechtsverletzungen gesperrt wurde:

Bei Greenpeace wittert man offenbar eine Verschwörung: „Es gibt so viele Parodien d. VW-Werbung! Warum wohl gerade der Greenpeace UK Clip auf YouTube gesperrt wird?“ twittert Martin Kaiser, bei Greenpeace Leiter der Sparte Internationale Klimapolitik

Greenpeace ist mit seinen Videos auf das vimeo-Portal ausgewichen. Ätsch! 🙂

Und natürlich hab auch ich noch andere Quelle für den Blog-Eintrag gefunden…