Er kam, er sah, er ging – der McB

Das war kein Rauschen, das war ein ganzer Sturm, der da im letzten Jahr durch den medialen und geselligen Blätterwald rauschte: Darf McDonalds das? Einen Bio-Burger auf den Markt bringen?

Natürlich dürfen die, aber genauso klar war es, dass es sich beim McB um eine sehr eindeutige green washing-Aktion handelte, denn weder waren Brötchen, Salat oder der Käse bio, sondern lediglich das Fleisch, noch änderte sich etwas in den grundsätzlichen Nachhaltigkeitsüberlegungen des Klopsebraters. Aber mit dem Bio-Siegel in der Hand und auf dem Plakat ließ sich bestens Aufmerksamkeit erregen:

Auch wenn man sich bei McDonalds grundsätzlich viele und auch gute Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit macht (hier der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht), so stand das Aufspringen auf den fahrenden grünen Zug hier doch klar im Vordergrund, was die bewußt in Szene gesetzte Zweideutigkeit in der Werbung belegt:

Denn gesünder wird der Burger grundsätzlich nicht, nur weil das Fleisch aus der Bio-Produktion kommt. Doch ein reines Bio-Produkt bei McDonalds sei ohnehin nicht möglich, denn, so Holger Beek, Deutschlandchef von McD: „Einen kompletten Bio-Burger, bei dem alle Zutaten aus kontrolliertem Bio-Anbau stammen, ist bei den Mengen, die wir brauchen, derzeit nicht zu machen“, (Quelle: stern)

Laut war der Beginn, aber ganz leise dann der Abschied: Der Verbraucher habe das Produkt zwar positiv aufgenommen, aber bio sei eben doch nur eine Nische und der Burger – allen Möglichkeiten der Imagekorrektur zum Trotz – nicht über stabile Verkaufszahlen hinausgekommen.

Zeitgleich mit der Absage verkündete jedoch im Rahmen der biofach in Nürnberg der Bund ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), dass „2015 mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken ein Umsatzplus von 11,1 % und ein Marktvolumen von insgesamt 8,62 Mrd. € (2014: 7,76 Mrd. €) erreicht“ wurde (Quelle). Bio nur eine Nische?

Vielleicht war das green washing doch zu leicht zu durchschauen – und womöglich sucht der bewußte Esser das Bio-Produkt eben nicht beim Fast-Food-Anbieter aus der Systemgastronomie, sondern eher bei der kleinen Burgerbude an der Ecke.

Und vielleicht war es sogar ganz gut für McDonalds, dass das Projekt nicht zum Erfolg wurde, denn vorher hätte das Unternehmen auf Dauer die großen Mengen an Bio-Fleisch beziehen sollen? Mehrere hundert Tonnen (branchenintern wird von 600 gemunkelt) musste McD für die Testphase besorgen, was sie nach eigenen Angaben 12 Monate „Vorbereitungsszeit“ gekostet hat. Würde McDonalds nur diesen Burger dauerhaft anbieten, müßten sie gut ein Zehntel der deutschen Bio-Fleischproduktion dauerhaft beziehen…

Und doch ist das Thema „Nachhaltigkeit“ für McDonalds zu wichtig, um es komplett aufzugeben und so präsentiert man uns nun die Qualitätskette:

Auch global stellt man sich den sich verändernden Ernährungswünschen der Kunden: So werden in Toronto erfolgreich Linsen- und Süßkartoffel-Hummus-Wraps mit Grünkohl, Pulled-Beef-Burger und Salat mit Edamame und Mandarinen angeboten.

Es macht eben mehr Sinn, sich umfassend mit „grünen Gedanken“ auseinander zu setzen als nur ein Pseudo-Produkt zu testen….

 

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Der Nachhaltigkeitstroll auf dem #csrcamp16

Zum 2. Mal fand am 25. Januar das CSR-Camp in Berlin statt, wieder mit großer Grandezza organisiert von der Feldmann & Hellmann Barcamp Organisation:

Quelle: CSRcamp16 / Axel Kammann

Das CSR-Camp ist eine sogenannte „Unkonferenz“, bei der die über 100 Teilnehmer Vorschläge zu den Sessions machen, die sie geben möchten, und dann das Plenum darüber abstimmt, wie sich der Tag gestaltet: Ergebnis ist der Session-Plan:

2016-01-25 11.33.04Ich habe mich als „Nachhaltigkeitstroll“ angekündigt, denn nach wie vor stört es mich, dass die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmens-zentralen zwar aufwendig gestaltet, aber inhaltlich nicht überprüft werden. Jedes Unternehmen kann sich in diesen so grün darstellen, wie es gerne möchte – und das dann noch in blumigster Sprache.

Hefte raus, Überraschungstest!

Welches Unternehmen hat wohl den folgenden Text für seinen Nachhaltigkeitsbericht verbrochen verfasst ?

 

 

Wir wissen, dass Wachstum nur Hand in Hand mit Verantwortung und Umweltschutz möglich ist – ja, mehr noch: In den vergangenen Jahren sind daraus echte Werttreiber erwachsen. Deshalb dient auch alles, was wir im Interesse der Nachhaltigkeit unternehmen, dem Erreichen unserer Konzernziele – flankierend, fördernd und unterstützend. (…) Darin spiegelt sich unser konzernübergreifendes und in allen Regionen der Welt anschlussfähiges Nachhaltigkeitsverständnis ebenso wider wie unsere Überzeugung, dass ein langfristiges, stabiles und an ethischen Maßstäben orientiertes Wirtschaften Voraussetzung ist, umweltorientiert zu handeln und die Zukunft der Menschen im Konzern und in der Gesellschaft verantwortungsbewusst mitzugestalten.

a) Lufthansa, b) VW, c) Henkel oder d) Daimler? Mutmaßungen werden entgegengenommen….

Müssen CSR-Berichte so schwafeln? Haben wir nicht etwas besseres verdient? Und ist ein Flugzeug nicht nach wie vor noch ein Umweltverschmutzer, auch wenn es nun ein wenig leiser fliegt?

Die Diskussion in meiner Session verlief erfreulich lebhaft: Auf der einen Seite wurden die Nachhaltigkeitsberichte verteidigt, hätten sie doch zum einen eine sehr wichtige unternehmensinterne Wirkung und zum anderen seien ja auch schon kleine Fortschritte eben Fortschritte. Das Prinzip Wachstum wurde dabei nicht in Frage gestellt, sondern es wurde stets argumentiert, dass mit den Gewinnen aus dem ökonomisch angeblich notwendigen Wachstum erst die Gelder in die Nachhaltigkeitsbemühungen fließen können und somit eben dieses Wachstum auch als notwendig rechtzufertigen sei. Das Konzept Degrowth oder die Forderung einer stärken Regulierung der vielleicht zu freien Märkte wurden hingegen nur selten diskutiert.

Doch mit mir grollten noch andere Trolle: Große Unternehmen können sich natürlich Nachhaltigkeitsberichte sowie die damit verbundenen Audiits und externen Prüfungen leisten, aber was sollen die KMUs machen, die immer häufiger ihren Kunden ihr Nachhaltigkeitsmanagement nachweisen müssen? Welche Formen der (bezahlbaren) Kommunikation können sie nutzen? Und wieso sind diese CSR-Berichte eigentlich so geschrieben, dass sie sich allein schon sprachlich wie formal gar nicht um den geneigten Otto Normalverbraucher bemühen?

Es sollten unterschiedliche Lesergruppen identifiziert und die Berichte an diese angepasst werden, war dazu eine Idee, eine andere ging in die Richtung, Kurzberichte für alle zu veröffentlichen und die dicken Bände für Investoren und andere Interessenten zu belassen.

Vielleicht bürstet man das Thema aber ganz einfach einmal gegen den Strich, wie es z.B. die Kommunikationsberatung Klenk & Hoursch für den Kunden Bitburger gemacht hat: So entstand ein ansprechendes Online-Magazin zum Thema Nachhaltigkeit, bei dem selbst die Auzubildenden zu Wort kommen – denn: „Nachhaltigkeitskommunikation soll auch Spaß machen“, wie es Inka Heitmann und Carsten Nillies von Klenk & Hoursch in ihrer Session auf den Punkt brachten.

Fazit: So wie die meisten Unternehmen Nachhaltigkeitskommunikation bislang verstehen, ist sie nicht vielmehr als ein langweiliges Anhängsel zum Jahresbericht, bei dem das Thema scheinbar einzig als ökonomische Notwendigkeit verstanden wird. Dagegen gilt es nach wie vor anzutrollen und zu grollen, damit verstanden wird, dass CSR überzeugend und glaubwürdig vorgetragen und vorgelebt werden muss. Ansonsten bleibt stets der Verdacht des greenwashings. Und dann wird es auch nächstes Jahr wieder heißen:

2016-01-25 14.28.16

 

Volle Pulle daneben – veganes Mineralwasser

„Veganes Mineralwasser…. ach, das gibt es?!“ war wohl die Reaktion der meisten von uns, als sie das erste Mal den Funkspot von „Spreequell“ gehört haben. Ich wusste beispielsweise bislang auch nicht, dass mein Mineralwasser „tierisch“ ist.

Meine nächste Frage lautete dann: „Was soll das?“ – und diese Frage gab ich an zwei Studentinnen des IMK, Franziska Engelke und Karla Monteverde, weiter, die diese im Rahmen meines „Green Marketing“-Seminars beantworteten. „Wenn vegan tierisch gut schmeckt“ lautete der Titel ihrer Präsentation, auf deren Ergebnisse ich hier aufbaue. Und nein, das ist KEIN billiger Kalauer, sondern der offizielle Claim zum Produkt…

Was um Himmels willen ist an Mineralwasser nun vegan? Wer das wissen möchte, muss sich auf die Website von „Spreequell“ bequemen, wo es dann wie folgt erklärt wird (auch die folgenden Zitate sind, wenn nicht anders erwähnt, von dieser Website):

Hast du eigentlich gewusst, dass…

Getränke, wie Säfte oder Saftschorlen häufig mit Gelatine geklärt werden.Viele vegetarische oder vegane Lebensmittel enthalten Tierprodukte, die nicht auf der Verpackung angegeben werden müssen. Gelatine etwa wird genutzt, um Fruchtsäfte zu filtern. Auch kann sie als Träger von zugesetzten Vitaminen dienen. Spreequell „Mehr als Wasser“ wird ohne jegliche tierischen Hilfsmittel hergestellt – für unbedenklichen Genuss.

Na da kann doch der überzeugte Veganer tief und erleichtert durchatmen…. wenn sich vegan doch nur auf die Nahrungsmittelaufnahme beziehen würde. Tut es aber nicht. Vegan ist ein Lebensstil und Veganer achten darauf, dass in sämtlichen Produkten keine tierischen Bestandteile enthalten sind oder verwendet wurden. Schade für Spreequell, denn

Die Verpackung und den gesamten Produktionsprozess haben wir nicht umgestellt, da es ein sehr hoher Aufwand wäre, alle tierischen Hilfsstoffe im Produktionsprozess zu verbannen. Hieraus würden sich auch mehrere technische Nachteile ergeben, die es wert sind genau zu überprüfen.

Menno! Da fühlt sich doch der eine oder andere Verbraucher etwas verar….gackeiert, wie man auf Facebook im Beitrag von Johnny Cashdoe nachlesen kann:

  • WTF??? Darf ich erfahren welche tierischen ‚Hilfsstoffe‘ im Produktionsprozess eines Getränkeherstellers noch so vorkommen?!?^^
    Und welche Eigenschaften machen diese so unersetzbar, dass man nicht einmal bei den 2!!!! „veganen“ Produkten davon ablässt?
  • Spreequell: Das Getränk ist ohne tierische Gelatine geklärt und hat auch sonst keine tierischen Hilfsstoffe. Da wir mit vielen Zulieferern zusammenarbeiten, können wir auf die Verschlüsse, Kartonagen oder Hilfsstoffe an den Anlagen keinen direkten Einfluss nehmen, wie deren Produktion organisiert ist.

Aber dafür hat sich Spreequell auch ein schönes Siegel entwickeln lassen, auf dem groß „vegan“ steht – und etwas kleiner dann „ohne tierische Gelantine geklärt“.

Eigentlich ist das aber alles nur ein einzig großes Mißverständnis, denn das vegane Mineralwasser ist gar nicht für Veganer gemacht, sondern für eine ganz ganz andere Zielgruppe: Menschen, denen man den veganen Lifestyle erst einmal nahe bringen muss:

5 Gründe für eine vegane Ernährung

  1. Pflanzenkost hilft, Zivilisationskrankheiten zu reduzieren.
  2. Vegan leben ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz.
  3. Tiere sind keine Ware sondern Lebewesen.
  4. Ohne Tierzucht lassen sich mehr Menschen ernähren.
  5. Vegan Kochen macht Spaß und fördert die Kreativität.

Als ob man das dem überzeugten Veganer erklären müsste…. Ich bezweifle auch, dass dieses Motiv tatsächlich ansprechend für vegane Konsumenten wirkt….

Nein, das ist nicht schlecht gemacht. Das soll wie ein Wimmelbild sein. Kein Scherz – wenn auch unfreiwillig komisch:

Auf den Spreequell Plakaten soll es ganz viel zu entdecken geben ähnlich wie bei den Wimmelbildern in Kinderbüchern. Berlin ist so lebendig und vielseitig, dass ein einzelnes Motiv das nicht wiedergeben könnte. Die Protagonisten sind alle Berliner und kennen Spreequell.

Und auch die „Spreequell „Mehr als Wasser“-Rezepte: Vegane Durstlöscher mit Kick für die nächste Cocktailparty oder für zwischendurch.“ werden wohl kaum der große Renner in der Friedrichshainer Szenegastronomie werden….

Nein, die Zielgruppe ist eindeutig die „Vorstadt-Mutti“, die in ihren bunten Blättchen und im Fernsehen gesehen hat, dass da in Berlin diese „tollen Hipster“ leben, die sich alle so komisch vegan ernähren. Und da auch die Mutti so ein kleines bißchen hip sein möchte und vor allen Dingen auch einen Schluck Berlin-Feeling abbekommen möchte (siehe Video am Ende), hat Spreequell konsequent dieses Wasser entwickelt. Der Vorstadt-Mutti ist es naürlich egal, ob die Flasche vegan ist oder nicht, Hauptsache, ihr wächst dann auch ein Hipster-Bärtchen.

Das Fazit von Karla und Franziska lautete dementsprechend statt „Volle Pulle leben“: Volle Pulle daneben! Also ich lass mir jetzt ein „green washing“-Siegel entwickeln – und Spreequell sind die ersten, die es verpasst bekommen.

Das einzig Tolle an Spreequell ist der Song von Freddy Fischer:

wenn da nur nicht diese Bilder wären…. 🙂

Vielen Dank für die tolle Arbeit an Franziska & Karla!

 

Blue Marketing statt Green Marketing?

Die jüngeren Leser kennen „Dschinghis Khan“ nur noch von pittoresken Schlagerparties, wir älteren haben damals (1979) den grandiosen 4. Platz beim Grand Prix Eurovision de la Chanson noch live erlebt (zum Angucken hier).

Leslie Mandoki, der illustre Tänzer der Gruppe, ist bis heute ein musikalisches Mastermind hinter unglaublich vielen Projekten – unter anderem ist er der „VW-Hauskomponist“, wie die SZ am Mittwoch schrieb. Und anscheinend auch der neue Vordenker.

Denn die SZ zitiert ihn wie folgt:

„VW gibt Antworten, das ist nicht mehr grün. Das ist blau. (…) Grün ist für mich die Frage, blau ist die Antwort.“

Bluewashing muss das jetzt also heißen, denn Greenpeace (oder demnächst: Bluepeace) hat ja VW und seine grün/blaue Politik schon seit langer Zeit ins Visier genommen. Und steht damit nicht alleine, wie es die wunderbare Auswahl an Clips und Filmen auf „See Volkswagen differently“ zeigt.

Mir fällt dazu nur noch ein, dass es ja keine dummen Fragen gibt – nur dumme Antworten. Und die sind dann eben blau. Und green makketing bleibt green makketing.

 

Folge der Macht – werde ein grüner Jedi!

Nun ja, einen grünen Jedi gibt es ja schon – Yoda, der Meister mit dem Stock und der gewöhnungsbedürftigen Syntax.

Doch jetzt werden wir ganz ausdrücklich dazu aufgerufen, uns der Rebellion anzuschließen und uns einer dunklen Konzernmacht zu widersetzen:

Hintergrund: VW gibt jedes Jahr sehr viel Geld für Lobbyisten aus, die schärfere EU-Klimagesetze blockieren um zu verhindern, dass die CO2-Reduktionsziele bis 2020 von 20 auf 30 Prozent angehoben werden. Klimaschutz findet bei VW also nur statt, wenn Autos damit teurer verkauft werden können, wie zum Beipspiel die Modelle mit BlueMotion-Spritsparkontrolle.

Hinter diesem wunderbaren Clip und der Website steckt Greenpeace, die auf sehr clevere Weise den Werbeerfolg des VW-Spots nutzen: Mehr als 40 Millionen Clicks auf das Original bedeuten, dass ganz viele Menschen diesen kennen – und man die Geschichte einfach nur noch weitererzählen muss….

Der Original-VW-Spot (für die, die ihn noch nicht kennen sollten…):

Gibt es eigentlich schon einen Begriff für das Kapern von Werbewelten? 🙂

Die Guten holen auf: Innerhalb von 24 Stunden konnte die Website schon über 50.000 neue Jedi-Rebellen gewinnen – und wie wir alle wissen, haben dunkle Mächte auf lange Sicht nie eine Chance:

Möge die Macht mit uns sein!

green washing vs. green drinking

Auf den grünen Werbezug sind ja schon so einige Unternehmen gesprungen…. Krombacher rettet den Regenwald, Pampers spendet Impfungen usw.  Die Rettung ist allerdings immer mit dem Kauf/Konsum verbunden, so dass es fraglich ist, ob diese Mittel den guten Zweck heiligen.

Eine besonders „schöne“ Kampagne gab es dazu in Argentinien:

 

Aber wenigstens wurde diese humorvoll und augenzwinkernd inszeniert….

Das Geschmäckle des „green washing“, des „Sich-grün-anmalens“ bleibt dennoch: Kaufen wir den Konzernen ihr angeblich grünes Herz wirklich ab?

Produkte, bei denen die Nachhaltigkeit kein Werbeversprechen, sondern Produktmerkmal ist, verkaufen uns zwar auch den Nutzen des guten Gewissens beim Konsum, allerdings mit deutlich höherer Glaubwürdigkeit, wie z.B.  die Trinkwasserinitiative „Viva con Aqua„:

 

Eine clevere, hippe und zielgruppengerechte Kommunikation darf natürlich nicht fehlen, aber die Transparenz des Projektes  zieht sich wie ein roter Faden durch die Aktionen.  Dadurch wird „Viva con agua“ eben nicht nur glaubwürdiger, sondern es macht den Konsum sinnstiftend (Der erste Spot war da hingegen eher unsinnstiftend 🙂 ). Sinnstiftung schafft Identifikation innerhalb der Community – und nur so auch den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg für alle Beteiligten.

„green washing“ durchschauen, „green products“ lieben wir.

Green events – green sponsoring – green washing?

Die Vattenfall – Lesetage – und vor allen Dingen der Protest dagegen – zeigen, dass auch Veranstalter zunehmend vom green markteing betroffen sind. Denn so sehr auch Sponsoren auf der einen Seite für das Umsetzen von tollen Eventideen benötigt werden, so muss doch zunehmend darauf geachtet werden, wofür der Sponsor eigentlich steht.

Es gibt mehrere als nur das aktuelle Beispiel Vattenfall aus Hamburg, bei denen von den Sponsoren her versucht wird, sich an das positive Image einer Veranstaltung ranzuhängen, um sich selbst damit aufzuhübschen – und im Extemfall „green washing“ zu betreiben.

Doch durch Social Media können solche Kritikpunkte am Sponsoren schnell auch die eigentliche Veranstaltung beschädigen. In Hamburg entstand so das Gegenprojekt „Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“

Ein wachsendes Dilemma für Veranstaltungsorganisatoren: Geld nehmen und Klappe halten? Oder nur noch „korrekte“ Sponsoren suchen – auch wenn es aufwändiger ist?