Der Nachhaltigkeitstroll auf dem #csrcamp16

Zum 2. Mal fand am 25. Januar das CSR-Camp in Berlin statt, wieder mit großer Grandezza organisiert von der Feldmann & Hellmann Barcamp Organisation:

Quelle: CSRcamp16 / Axel Kammann

Das CSR-Camp ist eine sogenannte „Unkonferenz“, bei der die über 100 Teilnehmer Vorschläge zu den Sessions machen, die sie geben möchten, und dann das Plenum darüber abstimmt, wie sich der Tag gestaltet: Ergebnis ist der Session-Plan:

2016-01-25 11.33.04Ich habe mich als „Nachhaltigkeitstroll“ angekündigt, denn nach wie vor stört es mich, dass die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmens-zentralen zwar aufwendig gestaltet, aber inhaltlich nicht überprüft werden. Jedes Unternehmen kann sich in diesen so grün darstellen, wie es gerne möchte – und das dann noch in blumigster Sprache.

Hefte raus, Überraschungstest!

Welches Unternehmen hat wohl den folgenden Text für seinen Nachhaltigkeitsbericht verbrochen verfasst ?

 

 

Wir wissen, dass Wachstum nur Hand in Hand mit Verantwortung und Umweltschutz möglich ist – ja, mehr noch: In den vergangenen Jahren sind daraus echte Werttreiber erwachsen. Deshalb dient auch alles, was wir im Interesse der Nachhaltigkeit unternehmen, dem Erreichen unserer Konzernziele – flankierend, fördernd und unterstützend. (…) Darin spiegelt sich unser konzernübergreifendes und in allen Regionen der Welt anschlussfähiges Nachhaltigkeitsverständnis ebenso wider wie unsere Überzeugung, dass ein langfristiges, stabiles und an ethischen Maßstäben orientiertes Wirtschaften Voraussetzung ist, umweltorientiert zu handeln und die Zukunft der Menschen im Konzern und in der Gesellschaft verantwortungsbewusst mitzugestalten.

a) Lufthansa, b) VW, c) Henkel oder d) Daimler? Mutmaßungen werden entgegengenommen….

Müssen CSR-Berichte so schwafeln? Haben wir nicht etwas besseres verdient? Und ist ein Flugzeug nicht nach wie vor noch ein Umweltverschmutzer, auch wenn es nun ein wenig leiser fliegt?

Die Diskussion in meiner Session verlief erfreulich lebhaft: Auf der einen Seite wurden die Nachhaltigkeitsberichte verteidigt, hätten sie doch zum einen eine sehr wichtige unternehmensinterne Wirkung und zum anderen seien ja auch schon kleine Fortschritte eben Fortschritte. Das Prinzip Wachstum wurde dabei nicht in Frage gestellt, sondern es wurde stets argumentiert, dass mit den Gewinnen aus dem ökonomisch angeblich notwendigen Wachstum erst die Gelder in die Nachhaltigkeitsbemühungen fließen können und somit eben dieses Wachstum auch als notwendig rechtzufertigen sei. Das Konzept Degrowth oder die Forderung einer stärken Regulierung der vielleicht zu freien Märkte wurden hingegen nur selten diskutiert.

Doch mit mir grollten noch andere Trolle: Große Unternehmen können sich natürlich Nachhaltigkeitsberichte sowie die damit verbundenen Audiits und externen Prüfungen leisten, aber was sollen die KMUs machen, die immer häufiger ihren Kunden ihr Nachhaltigkeitsmanagement nachweisen müssen? Welche Formen der (bezahlbaren) Kommunikation können sie nutzen? Und wieso sind diese CSR-Berichte eigentlich so geschrieben, dass sie sich allein schon sprachlich wie formal gar nicht um den geneigten Otto Normalverbraucher bemühen?

Es sollten unterschiedliche Lesergruppen identifiziert und die Berichte an diese angepasst werden, war dazu eine Idee, eine andere ging in die Richtung, Kurzberichte für alle zu veröffentlichen und die dicken Bände für Investoren und andere Interessenten zu belassen.

Vielleicht bürstet man das Thema aber ganz einfach einmal gegen den Strich, wie es z.B. die Kommunikationsberatung Klenk & Hoursch für den Kunden Bitburger gemacht hat: So entstand ein ansprechendes Online-Magazin zum Thema Nachhaltigkeit, bei dem selbst die Auzubildenden zu Wort kommen – denn: „Nachhaltigkeitskommunikation soll auch Spaß machen“, wie es Inka Heitmann und Carsten Nillies von Klenk & Hoursch in ihrer Session auf den Punkt brachten.

Fazit: So wie die meisten Unternehmen Nachhaltigkeitskommunikation bislang verstehen, ist sie nicht vielmehr als ein langweiliges Anhängsel zum Jahresbericht, bei dem das Thema scheinbar einzig als ökonomische Notwendigkeit verstanden wird. Dagegen gilt es nach wie vor anzutrollen und zu grollen, damit verstanden wird, dass CSR überzeugend und glaubwürdig vorgetragen und vorgelebt werden muss. Ansonsten bleibt stets der Verdacht des greenwashings. Und dann wird es auch nächstes Jahr wieder heißen:

2016-01-25 14.28.16

 

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Liebe Pegida, Lediga, liebe Stammtisch-Stammler, liebe AfD-Affen…

(und ich möchte hier ausdrücklich festhalten, dass Affen sehr schöne Tiere sind und durchaus über ein gerüttelt Maß an Intelligenz verfügen!)

…ich habe ganz schlechte Nachrichten für euch: Bis 2050 werden sich weitere 200 Millionen Menschen auf den Weg zu euch machen – hat die Weltorganisation für Migration errechnet. Weniger wegen Kriegen, sondern weil der stetig voranschreitende Klimawandel ihnen die Lebens- und Überlebensgrundlagen rauben wird. Und die kommen alle zu euch: in eure Vorgärten, auf eure Bierbänke in eure Plattenbau-Siedlungen! Glaubt nicht, dass da Zäune, Mauern oder Grenzen helfen werden…

Ich weiß, ihr wollt das nicht. Doch die gute Nachrichtet lautet: Ihr könnt selber etwas dafür tun, dass sich die Flüchtlinge gar nicht erst auf den Weg machen!! Kein Mensch verlässt seine Heimat freiwillig und nimmt die Strapazen einer abenteuerlichen Flucht gerne auf sich. Wenn Ihr dafür sorgt, dass die Menschen in ihren Ländern ökologisch und ökonomisch überleben können, dann bleiben die da! So einfach ist das!

Was könnt ihr konkret machen?

  • Kauft faire Produkte! Damit sorgt ihr dafür, dass die Erzeuger von Kaffee, Kakao, Baumwolle und anderen Rohstoffen von ihrer Arbeit leben können.
  • Unterstützt keine Multis! Die großen Konzerne scheren sich einen Scheißdreck um Arbeitsbedingungen, Sicherheit und gerechte Löhne und sorgen auf diese Weise dafür, dass Menschen zu „Wirtschaftsflüchtlingen“ werden! Einfach mal weniger Hass-Kommentare posten und stattdessen ein bißchen im Internet recherchieren, bei wem ihr lieber nicht mehr kaufen solltet. Kauft nicht bei Unternehmen wie IKEA, Apple, Starbucks, die bei uns ihr Geld verdienen, aber in Deutschland keine Steuern zahlen, sondern ihre Gewinne so lange hin und her schieben, bis sie in Steueroasen landen. Wenn alle diese Unternehmen hier ihre Steuern zahlen würden, hätten wir mehr als genug Geld für Kitas, Schulen, unsere Polizei UND eine menschenwürdige Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung!
  • Esst weniger Fleisch! Die Herstellung von Fleisch zerstört Landwirtschaften, verbraucht Wasser, fördert den CO²-Ausstoß usw. Ernährt euch mehr pflanzlich – und seht Fleisch als etwas Besonders an – so wie früher den Sonntagsbraten (Und für die ganz Harten unter euch: da war doch mal was: Adolf – Vegetarier – und so…. seht ihr!)
  • Spart euch Flugreisen und Kreuzfahrten! Liebe Wutbürger, ich weiß, ihr liebt eure Kreuzfahrten, die habt ihr euch auch wahrlich verdient, aber: ein mit Schweröl fahrender Dampfer pustet so viel Dreck in die Luft wie 5 Millionen Autos auf der gleichen Strecke. Denkt daran: Wenn die Eisberge schmelzen, der Meeresspiegel steigt, dann kommen all die Menschen aus den Küstenregionen zu uns. Und ihr seid Schuld daran!
  • Fahrt Fahrrad und geht zu Fuß! Gleich wieder weniger Dreck verursacht… und bildet wenigstens Fahrgemeinschaften, wenn ihr zu euren Demos fahrt – oder nehmt gleich die Bahn. Laufen und radeln hält euch fit und gesund – und den Flüchtling in seinem Land. Eure montäglichen Spaziergänge sind da schon einmal ein guter Anfang!
  • Schmeißt weniger weg! Vermeidet Müll, der in die Verbrennung geht, kauft Produkte, die ihr reparieren könnt, grundsätzlich weniger Plastik kaufen, sondern lieber Dinge, die halten. Wenn ihr mit Eddings eure Plakate malt, dann benutzt wenigstens die wiederbefüllbaren…Wir verschiffen unseren Dreck immer öfter zu illegalen Müllhalden nach Afrika und verpesten dort die Umwelt. Und wo gehen die dann hin, wenn man dort nicht mehr leben kann? Richtig…..
  • Wechselt die Bank und investiert besser! Kommt, ein bißchen Geld habt ihr doch zurückgelegt…. nur: die Aktien, die ihr gekauft habt, und die Fonds, in die ihr investiert habt, unterstützen oftmals die Unternehmen, die mit ihren Methoden die Menschen in die Flucht – zu euch – treiben. Da dies nun das letzte ist, was ihr wollt, wechselt doch beispielsweise zur GLS-Bank, die in ökologische und soziale Projekte investiert. Nochmals: Wenn es denen da gut geht, bleiben die da…!
  • Spendet! Ganz im Ernst: Auf die Politik können wir uns nicht verlassen, aber wem sag ich das, das wisst ihr ja selber besser. Unsere Entwicklungsmillionen kommen nie da an, wo sie sollen, und das Ergebnis steht nun vor eurer Tür. Macht selber was! Spendet Geld für Bildungsprojekte, für Brillen, für Gesundheitsmaßnahmen – schon mit wenig Einsatz könnt ihr viel erreichen. Wen ihr mit eurem Geld klüger macht, der löst die Probleme vor Ort – und ihr habt eure Ruhe. Wenn jeder von euch jeden Monat nur 10 Euro spenden würde, müssten wir über Flüchlingsproblematiken bald nicht mehr reden….

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, aber wichtig ist, dass ihr mal anfangt, etwas selbst in die Hand zu nehmen. Also: Klappe zu, nicht immer nur krakeelen, sondern Ursachen bekämpfen! Werdet zur Speerspitze einer neuen ökologisch-ökonomischen-fairen Bewegung, denn dann hat das alles Sinn!

Und natürlich gelten diese Vorschläge auch für alle Nicht-Pegida und Nicht-Legida, für die Nicht-Stammtisch-Stammler und die Nicht-AfD-Affen…. 🙂

 

Kein Wert ohne Gegenwert

Kaum ein Begriff wurde in den letzten Jahren inflationärer eingesetzt als „Wert“. Unternehmen müsen den Wertewandel stemmen, verpflichten sich  – gerne in ihren bunten CSR-Berichten – neuen, nachhaltigen Werten und in der Tat gibt es bei manchen Firmen so etwas wie ein „Wertemanagement“, wie immer das auch funktionieren mag.

Werte entstehen durch Bewertungen, z.B. welches Verhalten von einer Gesellschaft als positiv angesehen wird. Mit dem gesellschaftlichen Wandel verändern sich ebenso die Werte, so ist „Sparsamkeit“ in den letzten Jahren sehr in Vergessenheit geraten zugunsten der Statusbildung via Konsum.

Das Problem liegt jedoch darin, dass Werte bipolar sind und durchaus in einem Konflikt zueinander stehen können: So kollidiert der Anspruch Transparenz und Offenheit mit dem Wert der Verschwiegenheit.Ist Wandel jetzt der Wert der Stunde oder Stabilität? Brauchen wir mehr Vertrauen oder mehr Kontrolle? Bringt uns Fleiß weiter oder Müßiggang? Halten wir an Traditionen fest oder begrüßen wir die Modernisierung? Sollen wir im Job lieber unternehmerisch denken oder den Anweisungen folgen? Und so weiter und so fort….

Schon wir als Privatpersonen wechseln unsere Werte mehrmals täglich je nach Situation: Natürlich sind wir für Ehrlichkeit, aber kleine Geheimnisse rechtfertigen die eine oder andere Flunkerei, da ist ja nichts dabei. Wesentlich schwieriger wird es für Unternehmen, die auf den gesellschaftlichen Druck hin natürlich nachhaltigen Werten gerecht werden wollen (und dazu jedes Jahr schicke CSR-Berichte (Corporate Social Responsibility) schreiben, die dann so tolle Titel tragen wie bei Ferrero: Werte teilen, um Werte zu schaffen), aber den Wertekonflikt nicht bewältigen können oder wollen. Nachhaltigkeit und Profit finden im betriebswirtschafltichen Denken kaum statt, in den Köpfen vieler Unternehmer behindert das eine das andere und in den Köpfen der Konsumenten das andere das eine. Werden diese Konflikte jedoch nicht bewältigt, dann entsteht ein Wertverlust, nämlich an Glaubwürdigkeit und Vertrauen und dieser manifestiert sich dann auch ganz profan in wirtschaftlichen Verlusten.

Manchmal reicht es jedoch schon aus, Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren und sie „mehr Wert“ schaffen zu lassen

Jeder vierte Einwohner ist in Philadelphia auf staatliche Lebensmittelmarken angewiesen, die Zahl der Obdachlosen ist so hoch wie in kaum einer anderen amerikanischen Stadt. Rosa’s Fresh Pizza hat mittlerweile weit über 10.000 Stück Pizza an Obdachlose ausgegeben, im Schnitt 40 Mahlzeiten am Tag. Kein komplett neues Prinzip, so gibt es seit über 100 Jahren in Neapel und Süditalien den Brauch des Caffè sospeso, bei dem zwei Caffè bezahlt, aber nur einer getrunken wird. Der zweite Espresso wird dann vom Barista auf Nachfrage an einen Bedürftigen ausgegeben. In Zeiten der Wirtschaftskrise ist diese Sitte über Neapel hinaus auch in Spanien, Bulgarien und vielen anderen europäischen Ländern aufgenommen worden.

Die Initiative Suspended Coffees Germany versucht, dies nun auch in Deutschland zu etablieren und bei Facebook kann man der globalen Initiative folgen. Diese Form der Selbstverwaltung wird immer dann nötig (und momentan immer nötiger), wenn ein Mangel an politischer Führung ausgeglichen werden muss.

John M. Sweeny, Gründer und „chief kindness officer“ der „suspended coffees„-Bewegung erklärt abschließend in diesem TEDx-Talk, warum es um mehr geht, als um Kaffee, und wie gut es uns selbst auch tun kann, Werte zu leben und nicht nur von ihnen zu reden:

 

 

Klimawandel! Hallelujah!!

Die Welt kreiste in Paris und gebar: ein Wunder!

Einen neuen Klimavertrag, der, wenn man den Medien glauben darf, passend zur Vorweihnachtszeit erst ein wenig durch göttliche Hilfestellung zustande kam. Der Papst persönlich soll die letzten Hürden beseitigt und Bremser gelockert haben…

Ob die große Politik und die Staatengemeinschaft es tatsächlich schaffen wird, den sich bereits im Gange befindlichen Wandel abzufedern oder gar zu stoppen, bleibt abzuwarten, aber viel wichtiger als das, was auf der großen Bühne passiert, ist das, was jeder einzelne von uns tun kann:

Flaschen und Glas gehören in die Glascontainer, denn pro Tonne Recyclingglas werden über 300 kg klimaschädliches CO2 gespart. 2014 haben die Berliner beispielsweise 63.634 Tonnen Altglas gesammelt; pro Kopf sind das immerhin 18 kg. Mehr geht jedoch immer – und daher macht die BSR, die Berliner Stadtreinigung, seit November mit ganz besonderen Altglascontainer auf die Problematik aufmerksam:

Es muss ja nicht gleich ein Iglu sein, ich wäre schon froh, wenn meine Tochter noch Schneemänner bauen könnte…

Also: Trennt Glas! Trennt euren Müll! Auch viele kleine Schritte bringen uns einen großen Schritt voran!

Transformation by desaster? Or by design?

15-11-24_green marketing_foto Thorsten Doil3  … so lautete eine der Fragen, die wir uns in der letzten Woche anläßlich meines Vortrages für den Marketing Club Berlin in der Mediadesign Hochschule stellten und diskutierten.

Die Transformation, der Wandel findet kontinuierlich statt – nur nehmen wir ihn kaum wahr: Die schwerste Dürre-Katastrophe seit 1.200 Jahren in Kalifornien, das immerhin 25% der landwirtschaftlichen Produkte für die USA erzeugt (mehr als 90% der Tomaten, Erdbeeren und des Broccoli, 97% der Kiwis und Pflaumen, 99% der Artischocken und Walnüsse sowie 80% der Weltproduktion von Mandeln), findet  beispielsweise kaum Platz in den Nachrichten – und findet so auch in unserem Bewußtsein nicht statt. Die Kalifornier sind dazu angehalten 25% Wasser einzusparen – und dennoch wird der Schaden alleine in diesem Jahr auf 2.7 Mrd. Dollar geschätzt, 21.000 Jobs stehen auf der Kippe.

15-11-24_green marketing_foto Thorsten Doil2

Der WWF hat jüngst anhand von einigen beliebten Lebensmitteln aufgezeigt, wie der Klimawandel unseren Alltag unmittelbar bedroht: Bis 2050 könnte die Hälfte der weltweit für Kaffeeanbau geeigneten Landwirtschaftsflächen verloren gehen, in Kolumbien sind über 4.000 Hektar Bananenplantagen durch Wetterextreme zerstört worden und im brasilianischen Bundesstaat São Paulo – dort werden etwa 80 Prozent aller Orangen des Landes geerntet – stieg die Durchschnittstemperatur von 1995 bis 2005 in den nördlichen Gebieten um zwei Grad, während der vergleichbare globale Mittelwert der Erderwärmung nur bei 0,8 Grad lag. Gleichzeitig gingen die Niederschlagsmengen so stark zurück, dass viele Plantagen auf eine künstliche Bewässerung angewiesen sind. Auch dies hat unmittelbare Auswirkungen für die Ernte und in allen Fällen ein steigendes Preisniveau zur Folge. Wie lange werden wir uns also ein solches Frühstück noch leisten können?

coffee banana

Warten wir nun weiterhin einfach ab und legen die Hände in den Schoß („by desaster“) oder versuchen wir, den Wandel wenigstens ein wenig zu gestalten, um etwas Kontrolle zurückzugewinnen („by design“)?

Das habe ich versucht, in dem gut besuchten Vortrag anhand von vielen Beispielen aufzuzeigen – und insbesondere der dort versammelten Marketingwelt geraten, den Wandel mitzugestalten und grüner zu werden.

Im Anschluss setzen wir das Thema in einem kleinen Podiumsgespräch fort: Zusammen mit Prof. Nina Hein, Fachbereichsleiterin im Modemanagement an der Mediadesign Hochschule, Ann-Katrin Lipski (Studierende im 3. Semester Modemanagement (B.A.)) und den anwesenden Gästen diskutierten wir, warum Billigmode anscheinend immer noch „mehr sexy“ ist als nachhaltige Mode, wo gute Absicht aufhört und Green Washing anfängt und warum kleine Schritte wichtiger sein können als große Revolutionen.

15-11-24_Green Marketing_Foto Stefan Wölcken (1)

Ein spannender Abend, für den ich mich bei allen Beteiligten des Marketing Club Berlin und der Mediadesign Hochschule bedanken möchte, insbesondere Thorsten Doil und Stefan Wölcken, deren Fotos ich hier benutzen durfte. Mittendrin im Geschehen waren übrigens die drei Gewinner der Newsletter-Verlosung – wer sich noch nicht für den monatlichen Newsletter angemeldet hat, kann dies hier noch nachholen!

 

 

Das ist doch alles kalter Kaffee…

Richtig, und der soll ja bekanntlich auch schön machen, der kalte Kaffee. Aber eigentlich ist es viel zu schade, ihn nur zu trinken, denn aus dem Kaffeesatz lässt sich jede Menge sinnvoller Produkte herstellen – z.B. schweißgeruchabsorbierende Textilien.

Neu im Angebot sind nun Kaffeetassen – gemacht aus Kaffeesatz:

Und wo wurde es erfunden? Richtig, in Italien. Genauer gesagt: Der Berliner Designer Julian Lechner schrieb in Bozen seine Bachelor-Arbeit zu diesem Thema. Heute verkauft er seine Kaffeeform-Tassen von Berlin aus in die ganze Welt.

Der Kaffeesatz wird gesammelt und mittels natürlicher Klebstoffe und Holzbestandteilen in eine Form gebracht, die hitzebeständig und auch spülmaschinenfest ist – und nach Kaffee duiftet…. Jede Tasse ist aufgrund ihrer ganz eigenen Struktur ein Unikat.

Ein echter Hingucker also – und ein wunderbares Beispiel für kreatives Upcycling von Grundstoffen, die sonst im Müll landen.

Und da Weihnachten vor der Tür steht: Im Shop gibt es eine Geschenkbox mit 4 Tassen und Untertassen  – das ideale Geschenk für die kleinen LOHAS… 🙂

Save the Date! Open Energy Talk am 19. 10.

Im Energiemarkt haben sich in den letzten Jahren dramatische Veränderungen ergeben – und auch hier haben wir Verbraucher immer mehr Möglichkeiten, aktiv zu reagieren als bloß passiv zu konsumieren. Doch was bringen uns smarte Geräte und cool designte Apps wirklich? Wie können wir auf leichte und unkomplizierte Art unseren Energieverbrauch steuern und lenken?

Joachim Klöckner, der Mann in Weiß, der sich im „Unruhestand“ befindet, lädt am 19. Oktober zum 1. Open Energy Talk in die Berliner Forum Factory, um erste Wege zur Energie-Autonomie aufzuzeigen. Dazu hat er 6 Impulsgeber geladen, die „zur Crowd, zu grünem Marketing, zum Sofortbeginn, zu Solarstrom, zur Beteiligung, zum Gelingen, zur Zukunft, zum Internet der Dinge, zur Bürgerenergie und dem Wohlfühlen beim Aktiv sein. Und natürlich zum Ding mit Sonne und Kühlschrank“ sprechen werden.

Ich freue mich als einer der Impulsgeber neben der bezaubernden Ayanda Rogge, die zum Internet der Dinge sprechen wird und deren Bachelor-Arbeit ich jüngst betreuen durfte, auch

Luise Neumann-Cosel für Bürger Energie Berlin eG (buerger-energie-berlin.de)
Raffaela Then für die Stiftung Futurzwei futurzwei.org
Tobias Linnenberg für die Plattform Open Energy Exchange oeex.org und
Van Bo Le-Menzel für die Crowd facebook.com/buildmorebuyless

bei mir zu haben. Nach den sechs kurzen Impulsvorträgen stehen wir den Besuchern in kleinen Gesprächsrunden zum Austausch zur Verfügung.

Ich würde mich freuen, viele von euch am 19.10. um 18.00h begrüßen zu können!