Green Marketing am 8.9. in der BVMW-Jungunternehmer-Lounge

Kommenden Dienstag wird es wieder eine Lesung mit Gespräch und hoffentlich lebhafter Diskussion zum Thema & Buch „Green Marketing“ geben, diesmal in Berlin im Rahmen der Jungunternehmer-Lounge des BVMW.

_MG_7626_klein

Die BVMW –Jungunternehmer Lounge besteht aus der Kombination eines Vortrags zu unternehmerischen Themen mit einer anschließenden Fragerunde. Sie soll jungen Unternehmern die Möglichkeit  geben ihr unternehmerisches Fachwissen zu erweitern, sich über aktuelle Fragen der Unternehmensgründung und – Führung auszutauschen und Synergien zu entdecken, die gerne auch zu Kooperationen führen können.

Was sind nun junge Unternehmen? Alle Firmierungen in den ersten 5 Jahren ab Unternehmensgründung, natürlich unabhängig vom Alter der jeweiligen Unternehmensgründer. Von Seiten des BVMW wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass diese Veranstaltung explizit keine Akquise-Veranstaltung ist, d.h. Dienstleister und andere Anbieter, die junge Unternehmer als Zielgruppe haben, sind zu dieser Veranstaltung nicht zugelassen, es sei denn, sie sind selbst in den ersten 5 Jahren ab Gründung und kommen, um sich zu informieren und auszutauschen.

Für alle Jungunternehmer (und natürlich auch Jungunternehmerinnen) ist der Eintritt frei!

Die Veranstaltung beginnt um 18.30h und findet in den neuen meeet-Räumen in der Chausseestr. 86 in Berlin-Mitte statt (Einlaß ab 18.00h).

Postkarten aus der Zukunft

„Futur Zwei“ nennt Harald Welzer seine gedanklichen Perspektiven: „Wer werde ich gewesen sein?“ Welche Figur macht mein heutiges Ich in einem fiktiven Blick zurück aus der Zukunft? Der Blick zurück aus der möglichen Zukunft auf uns heute sollte uns Anstoß geben, verantwortungsvoller zu leben.

Die Künstler Robert Graves und Didier Madoc Jones schicken uns in ihrem Kunstprojekt nun Postkarten aus der Zukunft und zeigen uns (nicht nur) am Beispiel Londons, welche Folgen die Klimaerwärmung haben wird, wenn wir nicht eingreifen:

Trotz aller bizarren Schönheit machen die Bilder nachdenklich, zeigen sie doch die heutige Metropole als eine bald versunkene Lagunenstadt, wie sie durch die Anhebung des Meeresspiegels entstehen könnte:

Doch auch längere, härtere Winter aufgrund der Klimaverschiebung wären denkbar:

Der Verdienst dieses Projektes liegt darin, uns abstrakte Szenarien ganz konkret vor Augen zu führen: Wie wird die Welt aussehen nach der Erderwärmung? Und wie werden wir in ihr dann leben?

Vielleicht helfen uns diese Postkarten aus der Zukunft, die man hier auch käuflich erwerben kann, bei der Fragestellung, was wir uns wohl eines Tages wünschen werden, wie wir uns heute hätten verhalten sollen, um diese Zukunft anders aussehen zu lassen (und ich weiß jetzt nicht, ob ich das zeitlich richtig gelöst und formuliert habe… 🙂 )

Grün bis in die Tinte: organic advertising

Gar nicht so einfach: Da hat man ein grünes Produkt – doch irgendwie muss man darauf auch aufmerksam machen, wenn es erfolgreich zu den Konsumeten gebracht werden soll. Flyer oder Plakate sich nicht wirklich nachhaltig – weder in der Produktion noch in der gesamten Erstellung einer Kampagne.

Back to Basics dachte sich da die französische Biomarkt-Kette „Biocoop„: Natürlich radelten die Mitarbeiter zur Location und haben allen anfallenden Müll fachgerecht entsorgt, aber sie gingen noch einen Schritt weiter: Die Fotos wurden beispielsweise mit einer selbstgebauten Lochkamera gemacht, die Abzüge handbeschriftet mit Pflanzenfarbe, die Plakate in einem kleinen Format gedruckt und nach der Kampagne als Verpackung weiterverwendet und und und… aber seht selbst:

Mein absoluter Favorit ist allerdings die – komplett in ASCII gehaltene – Website der Kampagne

Screenshot (10),

die nur 3 Mb groß ist.

Immerhin, der Aufwand hat sich gelohnt, denn für die gesamte Kampagne wurde nur 1/3 an CO2 verbraucht als bei einer gewöhnlichen Produktion – und der Impact in den sozialen Medien ist natürlich ein gern mitgenommener positiver Nebeneffekt… Aber: Der Schritt zurück muss kein Rückschritt sein und ich glaube, dass es mehr Kunden als nur die Biomarkt-Kette gibt, die Wert auf nachhaltige, „handmade“ und entschleunigte Werbung legen. Zeit also für die erste „organic“ Werbeagentur?

Green Marketing – das Buch

Es ist hier ein bißchen ruhig geworden im Blog… und das hat nichts damit zu tun, dass mir die Themen ausgegangen sind, sondern damit, dass ich ein Buch zum Thema „Green Marketing“ geschrieben habe. Mir ist bei meiner Beratungstätigkeit aufgefallen, dass insbesondere der Mittelstand hier in die Zange genommen wird: von den Start-ups einerseits, die grüne Gedanken quasi vom Beginn an in ihrer unternehmerischen DNA tragen, und von den großen Konzernen andererseits, die schlechtweg die finanziellen Möglichkeiten haben, sich schnell einem verändernden MarGreen Marketingkt anzupassen, wie die „Rügenwalder Mühle“ mit ihren vegetarischen Wurstprodukten. Wie können also die altbewährten Marketing-Instrumente dazu sinnvoll genutzt werden, um gute „grüne“ Inhalte und Botschaften zu transportieren?

Ich habe absichtlich keinen 250 Seiten Wälzer geschrieben, denn so etwas liest ja keiner mehr… und ich bin auch der Meinung, dass meine Leserinnen und Leser intelligent sind und ich nicht jeden Aspekt endlos auswalzen muss, sondern mich darauf beschränken kann, Denkanstöße zu geben. Selbstverständlich erscheint das Buch als Ebook auf allen gängigen Plattformen, die brauchen jedoch zum Teil noch ein bis zwei Wochen. Es steht aber bereits bei epubli zum Download bereit. Wer auf das haptische Erlebnis nicht verzichten möchte, der kann den Buchhändler seines Vertrauens aufsuchen oder es als Softcover ebenfalls bei epubli bestellen.

Natürlich muss niemand die Katze im Sack kaufen, hier die Einleitung als pdf-Datei.

Am 19.4.  stellte ich „Green Marketing“ bei radioeins im Rahmen der Sendung „Zwei auf eins“ vor; das Interview ist hier nachzuhören.

Wie es aber immer so ist: Ein Buch kann immer nur einen eingefrorenen Moment, den status quo, wiedergeben – auf aktuelle Entwicklungen werde ich weiterhin hier im Blog eingehen!

So, jetzt spreng ich das Kernkraftwerk in die Luft. Häh!

Die Energiewende kommt. Auch nach Bayern. Ob sie dort wollen oder nicht – aber immerhin hat sich das Bayrische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Gedanken darüber gemacht, wie man dieses wichtige Thema der grundsätzlich ja desinteressierten Jugend näher bringen kann. Denn das muntere Orks-Jagen können die nämlich vergessen, wenn die Lichter ausgehen und der Strom wegbleibt…. Man muss die jungen Leute dort abholen, wo sie sich auskennen, und so lag es nahe, ein spannendes Simulationsspiel zu entwickeln und es unter dem marketingtechnisch klug gewählten Namen „Energiespiel Bayern“ anzubieten.

Auch der Trailer spiegelt auf erbauliche Weise die Welt der Jugendlichen:

Das Spiel sieht dabei gut gemacht aus – aber ob die Ansprache der Zielgruppe dabei glücklich gewählt wurde… ich weiß ja nicht. Das Gegenteil von „gut“ ist immer noch „gut gemeint“.

Nachgefasst: Unilever against waste & BSR nimmt Mülltrennung sportlich

Erfreulicherweise bekomme ich von den Lesern dieses Blogs auch immer wieder Hinweise auf aktuelle Entwicklungen der hier schon behandelten Themen – und gerne gebe ich diese auch an alle weiter:

Vor kurzem habe ich hier die Kampagne „United against Waste“ von Unilever vorgestellt und dabei bedauert, dass diese bislang nur in England durchgeführt wird. Jetzt ist die Initiative auch in Deutschland angekommen: Unter der Führung von Steven Verweij, Vice President von Unilever Food Solutions D-A-CH, wurde „United against Waste“ als eingetragener Verein gegründet.

Das Problem ist bekannt und soll aktiv angegangen werden:

Gut 50% der produzierten Lebensmittel in Deutschland werden nicht gegessen, sondern weggeworfen. Es wird zwar permanent darüber berichtet, jedoch werden selten Lösungen angeboten. Unilever Food Solutions startet jetzt eine Initiative für den Food Service Markt, um viele Köche und die Industrie aktiv davon zu überzeugen, dass der Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln nicht schwer ist und zudem viel Geld spart!

Alleine in Deutschland werden pro Jahr rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. 1,9 Millionen Tonnen davon entfallen auf den Food Service Markt. Würde man diese Mengen an einem Ort zusammentragen, müssten 192 vollbeladene Müllfahrzeuge den Abfall abtransportieren – 5.750 Tonnen täglich.“ (Quelle: Website)

Köchen wird ein deutschsprachiges Lösungspaket angeboten, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und mehr Sorgfalt im Umgang mit Lebensmitteln zu erreichen. Auch bei den eigenen Produkten strebt Unilever mehr Nachhaltigkeit an: „Das in den Knorr Suppen verarbeitete Gemüse stammt zu großen Teilen aus dem Programm „Anbau für die Zukunft“ – einer Initiative für nachhaltige Landwirtschaft, initiiert von Knorr. Für die Produktion der Suppen wird Strom aus erneuerbaren Energien – hauptsächlich aus Wasserkraft – verwendet. Der Standort Heilbronn ist bereits mit Solarpanels und Photovoltaikanlagen ausgestattet.“ (Quelle: Highfood.de).

Die Initiative „Trenntstadt Berlin“ wurde ebenso hier schon vorgestellt; nun hat die BSR sich sportliche Unterstützung geholt: Zusammen mit den Handballern der Reinickendorfer Füchse (aka Die Füchse Berlin) zeigen sie, dass Mülltrennung ein Heimspiel ist:

Sortenreines Trennen spart allein in Berlin jedes Jahr 403.000 Tonnen CO₂ – es kann also nicht oft genug betont werden, wie wichtig Mülltrennung ist.

Vielen Dank an Jan-Patrick Timmer und Philipp Janssen, die mich auf diese Entwicklungen aufmerksam gemacht haben!

Thunfisch? Klingt gut!

Schmeckt auch gut, wenn da das schlechte Gewissen nicht wäre, denn Thunfisch ist aufgrund seiner Fangbedingungen ein No-go:

 

Gut, dank followfish ist das grüne Gewissen nun ein wenig besänftigt. Denn trotz der niedlichen, gelungenen Animation geht es hier um ein wichtiges Thema: die Überfischung unserer Meere und das damit einhergehende Problem des Beifangs. Und gerade weil followfish sich nachhaltig engagiert, sind sie 2012 wiederholt für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert worden.

 

Doch followfish denkt noch einen Schritt weiter, denn: Was passiert eigentlich mit der Thunfischdose, wenn sie leer ist? Ab in den Abfall? Oder kann man diese nicht sinnvoll weiterverwerten? Man kann:

 

Und schon ist mit „Tuna Tunes“ die erste Thunfischdosenmusik entstanden… Die Kampagne ist gut geplant, Musiker Duncan Townsend wird noch mit 2 bekannten deutschen Musikern Tuna Tunes spielen, wurde zumindest angekündigt; die Videos lassen sich dann demnächst auf der followfish-Homepage oder bei Youtube finden.

So groovy kann green sein… 🙂