Keine Schneeflocke in einer Lawine wird sich je verantwortlich fühlen…

lautet ein Zitat, dass dem französischen Philosophen Voltaire zugeschrieben wird. Es meint, dass wir uns nie als Teil des Problems verstehen: Nicht unser Konsum sorgt für soziale Ungerechtigkeiten, nicht unser Verhalten sorgt für den Klimawandel, nicht die Produkte, die wir nutzen, sorgen für die Ressourcenknappheit.

Der erste Schritt zu einem verantwortungsvolleren Verhalten (und auch Wirtschaften) führt also über die Erkenntnis, dass wir nur dann Teil einer Lösung werden können, wenn uns bewusst ist, dass wir auch Teil des Problemes sind. Erst wenn wir beginnen, unser eigenes Verhalten zu verändern, verändern wir auch die Welt, in der wir leben – und können mit dieser Vorbildfunktion auch andere dazu anregen, es gleichzutun.

Genug der pastoralen Kalenderweisheiten. Denn natürlich interessiert mich im Rahmen dieses Blogs nicht Paulo-Coelho-Schmalz (macht sich gut im Poesie-Album, bleibt aber im Alltag nur ein Lippenbekenntnis), sondern die tatsächliche Umsetzung dieses Denkens in der Praxis. Entnommen habe ich das Voltaire-Zitat nämlich der sehr sehenswerten, einstündigen Dokumentation „Not Business as usual„:

in der anhand von nordamerikanischen Unternehmerinnen und Unternehmern aufgezeigt wird, dass ein anderes Wirtschaften jenseits der reinen Profitorientierung – trotz aller Widerstände – möglich ist und vor allen Dingen auch erfolgreich sein kann. Sie zeigt auch das amerikanische Pendant zu der bei uns noch nicht weit genug verbreiteten Gemeinwohlökonomie, die „Benefit Corporation“ oder kurz „B-Corp“ Dazu ein (oder weiter-) führend ein TEDx-Talk:

Also, ihr kleinen Schneeflocken, werdet euch nicht nur eurer Schönheit bewußt, sondern auch eurer Verantwortung…! 🙂

 

 

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Postkarten aus der Zukunft

„Futur Zwei“ nennt Harald Welzer seine gedanklichen Perspektiven: „Wer werde ich gewesen sein?“ Welche Figur macht mein heutiges Ich in einem fiktiven Blick zurück aus der Zukunft? Der Blick zurück aus der möglichen Zukunft auf uns heute sollte uns Anstoß geben, verantwortungsvoller zu leben.

Die Künstler Robert Graves und Didier Madoc Jones schicken uns in ihrem Kunstprojekt nun Postkarten aus der Zukunft und zeigen uns (nicht nur) am Beispiel Londons, welche Folgen die Klimaerwärmung haben wird, wenn wir nicht eingreifen:

Trotz aller bizarren Schönheit machen die Bilder nachdenklich, zeigen sie doch die heutige Metropole als eine bald versunkene Lagunenstadt, wie sie durch die Anhebung des Meeresspiegels entstehen könnte:

Doch auch längere, härtere Winter aufgrund der Klimaverschiebung wären denkbar:

Der Verdienst dieses Projektes liegt darin, uns abstrakte Szenarien ganz konkret vor Augen zu führen: Wie wird die Welt aussehen nach der Erderwärmung? Und wie werden wir in ihr dann leben?

Vielleicht helfen uns diese Postkarten aus der Zukunft, die man hier auch käuflich erwerben kann, bei der Fragestellung, was wir uns wohl eines Tages wünschen werden, wie wir uns heute hätten verhalten sollen, um diese Zukunft anders aussehen zu lassen (und ich weiß jetzt nicht, ob ich das zeitlich richtig gelöst und formuliert habe… 🙂 )

Save the Date! Green Marketing am 15. 7. in Berlin – mit Gästen!

Auch im Juli wird es Green Marketing wieder live zu erleben geben, diesmal am 15. um 18.30h in der Forum Factory in der Kreuzberger Besselstr. 13.  Neben einer kurzen Vorstellung und Lesung präsentiere ich zwei Gründerinnen, die auch im Buch vorgestellt werden, zum Talk auf dem Podium. Zum einen Magdalena Norkauer von Fresh Parsnip, dem ersten veganen Lieferservice in Berlin:

logo

Mit ihr möchte ich mich nicht nur über ihre Idee, sondern auch über die Schwierigkeiten unterhalten, eine solche Gründung zum Laufen zu bringen. Fresh Parsnip räumt nach eigener Aussage:

Foto „auf mit Halbwissen und gutgemeinten, aber schlecht gekonnten Diäten oder Rezepten. Hinter unserem Essen steht ein ökologischer und ernährungswissenschaftlicher wie simpler Ansatz: Wir stützen uns nicht auf eine individuelle Meinung, sondern folgen dem Rat der Ernährungswissenschaftlern.

Frische, vitaminreiche Kost und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kohlenhydraten, Proteinen und wertvollen Fetten. Von nichts zu viel, von nichts zu wenig – und all die ungesunden Antibiotika aus tierischen Lebensmitten, Konservierungsstoffe sowie andere Zusatzstoffe lassen wir einfach weg. Dafür kochen wir jeden Tag frisch und benutzen saisonale Lebensmittel.“

Zum anderen freue ich mich auf Maria Mpalaoura von domerang:

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mmpalaouradomerang hat „Lösungsansätze für aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen gesucht, bestehende erfolgreiche Konzepte integriert und neue Trends und Entwicklungen aufgegriffen. Das haben wir zu einem Ganzen zusammengeführt und mit dem Versprechen untermauert, viel zu geben und alles zu teilen.

domerang verfolgt mit seiner Philosophie „Geben – Nehmen – Teilen“ die Idee, Anreize zum Unterstützen, Helfen, Helfen lassen, Erfahrungen und Freude teilen zu schaffen, ohne jedoch seine Mitglieder zu Konkretem zu verpflichten.

Jeder Einzelne trägt als Teil der Community mit seinen Fähigkeiten, Talenten, Ressourcen zum Erfolg von domerang bei. Wir möchten beweisen, dass in einem gesunden System jeder von jedem etwas hat, jeder bekommen kann, was er braucht und jeder eigenverantwortlich dazu beitragen kann, dass Geben – Nehmen – Teilen funktioniert.

Je mehr wir sind, desto besser funktioniert alles, denn jede Anmeldung bringt Bewegung im gesamten domerang-System und durch Anmeldungen und Aktivitäten erhöhen sich die Werbeeinnahmen.
Und damit lohnt sich das System – denn Grundlage für den Erfolg unserer Community ist, dass domerang ebenfalls teilt. Und zwar alle Einnahmen: Jeder Euro, den unsere GmbH verdient, wird mit der Community geteilt.“

Selbstverständlich stehen die Damen und ich anschließend noch für die Beantwortung eurer Fragen bereit. Ich freue mich auf einen anregenden, spannenden Abend!

Anmeldungen bitte an info@forum-factory.de.

Grün bis in die Tinte: organic advertising

Gar nicht so einfach: Da hat man ein grünes Produkt – doch irgendwie muss man darauf auch aufmerksam machen, wenn es erfolgreich zu den Konsumeten gebracht werden soll. Flyer oder Plakate sich nicht wirklich nachhaltig – weder in der Produktion noch in der gesamten Erstellung einer Kampagne.

Back to Basics dachte sich da die französische Biomarkt-Kette „Biocoop„: Natürlich radelten die Mitarbeiter zur Location und haben allen anfallenden Müll fachgerecht entsorgt, aber sie gingen noch einen Schritt weiter: Die Fotos wurden beispielsweise mit einer selbstgebauten Lochkamera gemacht, die Abzüge handbeschriftet mit Pflanzenfarbe, die Plakate in einem kleinen Format gedruckt und nach der Kampagne als Verpackung weiterverwendet und und und… aber seht selbst:

Mein absoluter Favorit ist allerdings die – komplett in ASCII gehaltene – Website der Kampagne

Screenshot (10),

die nur 3 Mb groß ist.

Immerhin, der Aufwand hat sich gelohnt, denn für die gesamte Kampagne wurde nur 1/3 an CO2 verbraucht als bei einer gewöhnlichen Produktion – und der Impact in den sozialen Medien ist natürlich ein gern mitgenommener positiver Nebeneffekt… Aber: Der Schritt zurück muss kein Rückschritt sein und ich glaube, dass es mehr Kunden als nur die Biomarkt-Kette gibt, die Wert auf nachhaltige, „handmade“ und entschleunigte Werbung legen. Zeit also für die erste „organic“ Werbeagentur?

Oldschool-Sharing: Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn

Ach ja, die Sharing Economy. Ein eigentlich guter Gedanke, der oftmals falsch umgesetzt wird, wie man in meinem Buch  „Green Marketing“ nachlesen kann. Auch die digitale Variante im Form der „Why own it“-App funktionierte nicht richtig und wurde wieder eingestellt.

Der Grundgedanke lautet: Nachbarschaftshilfe – einfach, schnell, direkt und gut verständlich, idealerweise ohne groß Accounts anlegen zu müssen, Fotos zu machen und online aktiv zu sein. Und so simpel, dass auch die analogen Dinos gut damit umgehen können.

Die Lösung: Sticker. Wer hat’s erfunden? Richtig, die Schweizer: Pumpipumpe.

Man bestellt sich die kleinen Aufkleber und klebt diese auf seinen Briefkasten, um damit zu signalisieren, was man ausleihen kann und möchte. So wird Konsum nicht nur ein wenig nachhaltiger, sondern man lernt zudem seine Nachbarn besser kennen.

Die Gründer legen Wert darauf, dass sie am Verleihen nichts verdienen wollen:

Die genauen Bedingungen des Leihens und Ausleihens überlassen wir dir und deinen Nachbarn. Möchtest du ein Pfand als Sicherheit? Teilt ihr euch am Ende die Kosten für ein Zeitungsabo? Gibt es ein Stück Kuchen als Dankeschön fürs Mitbenutzen der Kuchenform? Unterhaltet euch und findet die optimale Lösung für jeden Fall. Wir möchten grundsätzlich das kostenlose Leihen (also nicht vermieten) von Gegenständen fördern und hoffen, dass alle Teilnehmer dieses grosszügige Angebot ihrer Nachbarn respektvoll nutzen. In dem Sinne, auf gute Nachbarschaft und gutes Sharen!

Und da nicht immer alle Nachbarn das Objekt haben, was man gerade benötigt, gibt es nun die Pumpipumpe-Map, bei der jeder, der mitmacht, seinen „Briefkasten“ online stellen kann.

 

Eine Idee, so einfach wie charmant. Manchmal hilft es eben, den digitalen Tunnelblick aufzugeben und „back to basics“ zu denken…

Save the date: Green Marketing in Leipzig

Nach der gelungenen Buchvorstellung im Rahmen der #microsoftliest-Reihe in Berlin freue ich mich, am 24. Juni mein Buch „Green Marketing“ in Leipzig beim Social Impact Lab vorstellen zu dürfen.

Von 19.00h – 21.00h werden wir in einer Mischung aus Lesung, Gespräch und Diskussion über die Vermarktung grüner Ideen sprechen.  Das Social Impact Lab findet man in der Weißenfelserstr. 65h. Anmeldungen bitte bis 21. Juni unter: leipzig@socialimpactlab.eu

Weitere öffentliche Veranstaltungen befinden sich in der Planung und werden natürlich rechtzeitig hier bekannt gegeben!