The only way is up!

Keine Frage, es ist schon toll, wenn der normalsterbliche Konsument sich überhaupt bemüht, seinen Müll zu trennen und Produkte dem Recycling zuzuführen. Viele Rohstoffe können so wiederverwertet werden, allerdings eher im Downcycling, was bedeutet, dass die Produkte in ihrer eigentlichen Qualität schlechter werden: also wenn Altpapier verbrannt wird, um Wärmeenergie zu gewinnen, oder alte Turnschuhe geschreddert und zu Bodenbelag verwandelt werden.

Beim Upcycling wird aus Altem etwas Neues – und dadurch auch qualitativ aufgewertet, z.B. wenn aus dem Stoff getragener Jeans noch ein Portemonnaie oder sogar eine neue Hose hergestellt werden kann. Ein sehr schönes Beispiel für gelungenes Upcycling liefert der Smoothie-Anbieter „true fruits„.

 

Zwar verwenden sie schon ausschließlich Glasflaschen, die zu 50% aus Altglas bestehen, und die zu 100% wiederverwertet werden können, aber dennoch sind die Flaschen eigentlich zu schön und somit zu schade, um sie in den Altglascontainer zu werfen.

So entwickelte man bei true fruits einfach zwei Edelstahl-Aufsetzer, einen zum Streuen und einen zum Gießen, die auf jede gebrauchte true fruits Flasche aufgeschraubt werden können – und schon hat man formschöne Behältnisse für Salz, Zucker, Gewürze, Öle, Essige, Soja-Soßen und vieles, vieles mehr. Wie heißt es auf der Website so treffend: Keep glass stayin‘ alive – upcycle!

So verblüffend einfach kann also Upcycling sein…Ich würde mir wünschen, dass mehr Unternehmen sich Gedanken darüber machen würden, wie ihre Produkte weiterleben können, auch wenn sie ihren eigentlichen Sinn und Zweck erfüllt haben.

Erhältlich sind diese Prachtstücke hier im Online-Shop von true fruits…

 

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Fair kostet mehr

Das alte Thema: Müssen Produkte, die „gut“ sind, denn immer so viel mehr kosten als Produkte, die zwar auch schön, aber irgendwie… naja… nicht soo „gut“ sind?

Ja. Müssen sie. Denn zum einen gibt es nach wie vor keine finanziellen Sanktionen auf Anbieter und Produkte, die Kosten externalisieren, d.h. sie von anderen tragen lassen (in dem sie beispielsweise Steuern nicht dort abführen, wo sie anfallen, sondern die Gewinne so lange verschieben, bis nur noch eine minimale Steuerlast übrig bleibt) und zum anderen kosten nicht nur Rohstoffe und Materialien, die nachhaltig produziert werden, mehr, sondern auch die faire Bezahlung der Herstellenden schlägt sich im Preis nieder.

Und jetzt höre ich schon wieder das Wehklagen „Kein Kunde ist bereit, das zu bezahlen!“, was natürlich so nicht stimmt. Denn Preis ist immer „nur“ eine Sache von Wert und Wertigkeit – und die Wertkommunikation ist nach wie vor Aufgabe des Anbieters: „Was der Kunde nicht sieht, was der Kunde nicht weiß, das zahlt er auch nicht.“

We are Armedangels. We love beautiful products.  We think organic. And we believe fairness is never out of fashion.“ heißt es auf der Website des Modelabels Armedangels. Seit 2007 arbeiten die Köpfe hinter Armendangels mit Fairtrade zusammen und vertreten deren von der Fairtrade Labelling Organizations International entwickelten Standards. Schon bei der Gewinnung der Baumwolle wird auf eine faire, existenzsichernde Bezahlung geachtet und auch an jeder weiteren Station des Produktionsprozesses sind u.a. Kinderarbeit, Diskriminierung, Zwangsarbeit geächtet und wird genauso kontrolliert wie das Angebot an Weiterbildung, Arbeitsplatzsicherheit, Gesundheitsvorsorge und Versammlungsfreiheit.

Zusätzlich wird bei Armedangels zertifiziert nach den Global Organic Textile Standards gearbeitet: Keine Verwendung von Pestiziden und anderen Chemikalien bei der Rohstoffproduktion, aber auch Bleichen ohne Chlor, Drucken mit Farben auf Wasserbasis, Kontrolle der Abwässer und zusätzlich eigene Kontrollen der sozialen Standards und der Lohnzahlung. Doppelt genäht hält besser.

Selbstredend wird bei Armedangels ganzheitlich weitergedacht: Der Versand der Pakete von Indien nach Europa wird mit DHL GoGreen durchgeführt, was eine Verringerung des CO2-Ausstoßes auf den Transportwegen bedeutet, auch wenn es die Lieferzeit verlängert.

Dieses grüne Denken und Handeln zahlt sich aus, denn natürlich gibt es die Käufer und Konsumenten, die bereit sind, für ein fair und sauber produziertes T-Shirts mit hoher Qualität mehr zu bezahlen als für die Primark-Klamotte. Die Umsätze sind längst im siebenstelligen Bereich angekommen.

Müssen gute Produkt mehr kosten? Nochmals: ja. Denn weder kauft man sich ein gutes Gewissen noch bereichert man den Anbieter, sondern man sorgt auf diese Weise dafür, dass alle Beteiligten ein faires Auskommen von ihrer Arbeit erreichen können.

Nachhaltig poppen – und fair!

Nach dem eher „brutalen“ Eintrag zuletzt wird es jetzt romantisch…  wie immer, wenn Einhörner ins Spiel kommen.

„Green“ durchdringt alle Lebensbereiche und natürlich können und sollten Kondome nicht nur nachhaltig, sondern auch fair produziert werden. Und da es das bislang noch nicht gibt, sammeln nun zwei lustige Vollbärte Geld auf der Crowdfunding-Plattform startnext. Und dazu haben sie eines der vergnüglichsten Funding-Videos gedreht:

Für lockere 50.000 € Unterstützung bekommt man 1 Million Kondome mit dem eigenen Gesicht auf der Verpackung – und die muss man erst einmal aufbrauchen…

Also: Macht Liebe! Aber grün!!