LYFE: McDonalds in grün

„Love your food everyday!“ ruft es den Amis momentan entgegen, denn LYFE-Kitchen hat sich Großes vorgenommen: Ausgehend vom ihrem ersten supernachhaltigen Bio- Restaurant in Palo Alto (!) sollen 500 bis 1.000 weitere Restaurants in den kommenden 5 Jahren folgen. Als erste Bio-Fast-Food-Kette will LYFE eines Tages jährlich Millionen „local & sustainable“ Mahlzeiten in den USA verkaufen. Wow…

Also McDonalds in grün: organic, healthy, sustainable, local. Und das geht dann so:

CHICKEN & GRILLED PINEAPPLE SANDWICH

organic romaine, pickled red onion, avocado, fresh mint & garlic aioli on multigrain bread für 7,99$

oder

PORTOBELLO & FREE-RANGE GRILLED CHICKEN OR GARDEIN* PASTA

multigrain penne pasta with roasted mushrooms, spinach, scallions & creamless sherry sauce (made with cashew cream), parmesan cheese with grilled lemon für 11,49$.

Klingt lecker, sieht auch so aus,

aber was hat das jetzt mit McDonalds zu tun – außer dem planerischen Größenwahn? Dass es eben kein planerischer Größenwahn ist, sondern durchaus realistisch, denn Mitbegründer und Geschäftsführer von LYFE ist Mike Roberts – und der war zuvor „president und chief operating officer“ von McDonalds. Er weiß, wie das Geschäft funktioniert, und setzt daher komplett auf das Erfolgsgeheimnis von McD: Technologie & Effizienz.

Wired zitiert Roberts, angesprochen auf die Ähnlichkeit des Systems, wie folgt:  “The strategy of the rollout, the people and their skill sets, the systems of training and hiring and finance and accounting and supply chain, the development of the property and real estate system—they are all very similar.” Never change a winning Ansatz…

Die Lieferkette ist optimiert – nur dass es nun die lokalen Bio-Betriebe sind, die kontinuierlich liefern (und da finden wir bereits einen ersten Schwachpunkt, denn lokale Anbieter können nicht alle Zutaten das ganze Jahr über anbieten – noch gibt es ja so etwas wie Jahreszeiten…) und natürlich auch die angestrebten Mengen liefern können müssen. Alle Zutaten werden so vorbereitet, dass sie jederzeit frisch in der Küche verfügbar sind – aufgrund der Natürlichkeit der Lebensmittel können jedoch nur kleinere Mengen vorbereitet werden, um nicht zu viel Abfall zu produzieren. Die Abläufe sind genauso seriell wie bei McD organisiert:

„Now that the order has gone into the kitchen, the software-based cooking system kicks in. It’s smart enough to separate the elements of your order and send each of them to the monitor that hangs above the relevant food-prep station. The flatbread maker sees flatbread orders; the pantry chef, who makes all the salads and desserts, sees the salad order; the rôtisseur at the broiler station—you get the picture. So everything everyone needs to cook shows up in a queue, and the chefs each hit a plastic button beneath the screen to signal that they have begun. When they’re done, they press a button that “bumps” the food order to the “quarterback,” who gathers the finished product and puts it on a plate with all the other stuff you want to eat. (…)

The same system that choreographs this rapid dance also lets managers keep score, updating sales and tracking orders in real time. Taylor stresses how the gamelike properties of this arrangement can help motivate the crew, with the cooks and runners all able to see how they are performing compared with everyone else. “When you give them real-time data,” Taylor says, “it can radically change their behavior.”“

„Eat good. Feel good.Do good.“?? Und wo sollen die Unmengen von nachhaltig produzierten Nahrungsmitteln herkommen, um 1.000 Filialen zu bedienen? Und dennoch glaube ich, dass diese extrem perfektionierte und effizienzoptimierte Form der Speisenzubereitung Erfolg haben kann. Aufmerksamkeit haben sie jedenfalls schon reichlich:

 

Wenig überraschend ist daher auch die Meldung, dass McDonalds in Indien die ersten beiden rein vegetarischen Restaurants eröffnen wird. Hindus essen kein Rind-, Muslime kein Schweinefleisch, so dass Produkte wie der „McAloo-Tikki-Burger“ (mit einem leckeren Kartoffelklops  statt mit Fleisch) dort große Renner sind.

Aber immerhin – das Fast-Food der Zukunft wird grün anders….

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