Salut für einen Pionier der Nachhaltigkeit

Ich erinnere mich als Kind fasziniert das GEO – damals wie heute bekannt für seine beeindruckenden Fotostrecken – mit dem Jungfernflug des SPACE SHUTTLE gelesen zu haben. Wir schrieben das Jahr 1977, ich war 12 Jahre alt und das erste Shuttle hieß ausgerechnet ENTERPRISE. Es war nicht weltraumtauglich und wurde lediglich zum Test auf dem Rücken einer Boing 747 in die Luft gebracht und dort ausgeklinkt. Anschließend glitt die Raumfähre antriebslos zur Landebahn. Mehr noch als die Aufnahmen späterer Starts mit viel Rauch und Getöse verursachen die Bilder der Huckepackaktion bis heute bei mir eine Gänsehaut. Insgesamt wurden fünf solcher Freiflugtests durchgeführt.

Neben vielen Motiven auf die Entwicklung herkömmlicher Raketen zu verzichten und stattdessen auf die Shuttles zu setzen, spielte tatsächlich so etwas wie NACHHALTIGKEIT eine nicht geringe Rolle. Statt immer neue Blechbüchsen in den Himmel zu schicken und Minuten später verglühen zu lassen, sollten Mehr-Weg-Weltraum-LKWs die Arbeit übernehmen. Und tatsächlich leisteten die Space Shuttles Columbia, Challenger, Discovery, Atlantis und Endeavour bis heute 135 Flüge und schafften tausende Tonnen Nutzlast nach oben.

Aller Ehren wert – allerdings erwiesen sich die russischen Einwegdosen als wesentlich zuverlässiger. Ein Shuttleflug kostete entgegen aller Hoffnungen rund eine Milliarde Dollar. Auch hob das Shuttle nicht wie erwartet wöchentlich ab, sondern maximal fünf mal Jährlich. Und so kommt es dieser Tage zum letzten Flug eines Space Shuttle. Ich verdrücke ein Tränchen und bin mit meinen Gedanken bei der Atlantis, die 200 KM über unseren Köpfen ihre letzten Kreise zieht. Als Vertreter einer Generation, die selbstverständlich den Free-Tibet-Aufkleber am Passat mitführt, klammheimlich aber gerne mal im Gefechtsstand eines LEO 2 die Knöpfchen drücken würde, erweise ich der Atlantis mit diesem unwürdigen Artikel die letzte Ehre.

http://de.wikipedia.org/wiki/Space_Shuttle

Euer Buzz Aldrin

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Über Oliver Schmidt

Oliver Schmidt arbeitet als Unternehmensberater (Sandwichpicker GmbH, Hultgren Nachhaltigkeitsberatung), Coach internationaler Startups und als Dozent (FU Berlin, HU Berlin, HNE Eberswalde, Universität Trier, Europauniversität Viadrina Frankfurt (Oder), Jurij-Fedkowytsch-Universität Czernowitz (Ukraine)) und als Gründungsberater. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Spannungsfeld aus strategischem Nachhaltigkeitsmanagement, Unternehmensführung und Marketing. Als Mitglied im Netzwerk Unternehmertum der Freien Universität Berlin unterstützt er Studentinnen und Studenten des Deutschlandstipendiums als Förderer und Mentor. Im Netzwerk zentral- und osteuropäischer Universitäten Tempus Eanet engagiert er sich als Leadoach und Dozent. Am liebsten erklärt er die Welt in Vorträgen, Workshops oder Blogbeiträgen.

2 Gedanken zu „Salut für einen Pionier der Nachhaltigkeit

  1. Mensch Buzz, Deine Geschichten sind ja immer soooo süüüüüüüüß!!!!! (stets zu unserer vollsten Zufriedenheit).

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